Ruth Bollinger
Autorin


Elsas Alben
Die junge Elsa glaubt an den Sozialismus und an die Liebe. Sie ist noch nicht 20-jährig, als sie, aus Böhmen stammend, im Jahr 1912 nach Schaffhausen kommt und hier einen jungen Tschechen, Karel, heiratet. Noch steht die Zukunft verheissungsvoll bevor, noch ist in der Arbeiterklasse die Überzeugung verbreitet, dass die sozialistischen Führer Europas den Kriegstreibern das Handwerk legen werden, und der Sozialismus nur eine Frage der Zeit sei.
Elsa steht persönlich in Verbindung mit wichtigen Bewegungen der Weltgeschichte in jener Zeit. Sie ist familiär verbunden mit einer tschechischen Familie, die konspirativ für die tschechische Auslandaktion arbeitet, welche die Unabhängigkeit von der Habsburger Monarchie anstrebt. Als die Frau von der österreichischen Polizei wegen staatsfeindlicher Umtriebe verhaftet wird, betreut Elsa deren kleine Kinder.
Sie ist auch aktiv in der sozialdemokratischen bzw. kommunistischen Arbeiterbewegung, die in jenen Jahren in Schaffhausen stark ist und eine ziemlich eigenständige Politik verfolgt. Elsa ist Parteimitglied und hat einmal eine Begegnung mit Lenin. Ihr politisches Engagement führt zum Zerwürfnis mit ihrem Ehemann Karel, der ihr vorwirft, den Haushalt zu vernachlässigen. Es kommt zur Trennung, Elsa lernt bald darauf ihren zweiten Mann Konrad kennen, mit dem sie drei Kinder hat. Doch auch diese Ehe scheitert, auch Konrad wirft ihr vor, ihre politische Tätigkeit an erste Stelle zu setzen, und den Haushalt (und ihn selbst) zu vernachlässigen. Der Roman zeigt das Leben einer Arbeiterfrau, die nicht einen bekannten Namen führt, jedoch stets darum bemüht ist, ihr Leben im Einklang mit ihrer sozialistischen Überzeugung zu leben. Die Diskussionen am Küchentisch spiegeln sowohl die Lokal- wie die Weltpolitik. Die Entwicklung in der Sowjetunion und das Erstarken der Faschisten, aber auch die Machtquerelen der lokalen Sozialistenführer prägen den Alltag der einfachen Arbeiter. Elsa entfernt sich bald von den ideologischen Auseinandersetzungen der Kommunistischen Partei, engagiert sich aber in der praktischen Arbeit im Arbeiter-Frauen- und Töchterchor, in der Gewerkschaft, leitet eine Arbeiterkindergruppe. Wo ihre fleissige und zuverlässige Basisarbeit gebraucht wird, ist sie zur Stelle. Als Sozialistin, Atheistin, alleinerziehende berufstätige Mutter muss sie sich in ganz verschiedenen Feldern gegen konventionelle Vorstellungen ihres gesellschaftlichen Umfeldes zur Wehr setzen.
Lesungen


Foto Cyrill Burch
Die Autorin im Gespräch mit alt Nationalrätin Cécile Bühlmann anlässlich der Lesung in Luzern am 9. Dezember 2025
Nächste Lesung
Nächste Lesung
22. Januar 2026 Universität Zürich Rämistrasse 59, Kleine Aula, RAA G-1
Über die Autorin
Geb. 1951, aufgewachsen in Beringen SH, Besuch der Kantonsschule Schaffhausen. Einige Semester Studium in Geschichte, Europäischer Volksliteratur, Pädagogik und Allgemeinem Staatsrecht an den Universitäten Marburg und Zürich. Beruflich administrative Tätigkeiten, einige Jahre Mutter/Hausfrau. Von 1989 - 2016 Dekanatssekretärin an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich.
2020/21 Diplom-Lehrgang in literarischem Schreiben bei Michèle Minelli und Peter Höner.
Zusammen mit Lebenspartner wohnhaft in Luzern. Leidenschaftliche Grossmutter und Tante.

Meine analoge Web-Seite
Presseberichte
Kontakt
Ich freue mich über Ihr Interesse und Ihre Nachricht.
Ihre Daten werden nur für die Beantwortung der Anfrage verwendet und nicht weitergegeben. Näheres finden Sie in meiner Datenschutzerklärung.
